Deine Rolle als Stellvertretung oder Repräsentanz
Einfach nur da sein: Deine Rolle als Stellvertreter:in in einer systemischen Aufstellung
Hast du dich schon einmal gefragt, wie es wäre, als Stellvertreter in einer systemischen Aufstellung mitzuwirken? Vielleicht hast du Bedenken, dass du etwas Besonderes tun oder bestimmte Erwartungen erfüllen müsstest. Lass mich dir sagen: Es ist viel einfacher – und gleichzeitig tiefgreifender – als du denkst.
Der Anfang: Eine einfache Frage
Alles beginnt mit einer respektvollen Frage. Die Klient:in während eines Aufstellungsseminares wird dich direkt ansprechen und fragen, ob du bereit bist, für eine bestimmte Person oder einen Aspekt in ihrem System bzw. Aufstellung zu stehen.
- In einer Familienaufstellung könnte das der Großvater, die Schwester oder ein früh verstorbenes Familienmitglied sein (unabhängig vom Geschlecht)
- In einer Strukturaufstellung für Beruf oder Projekte könntest du den Chef, die Zielgruppe, das Projektziel oder einen Kollegen repräsentieren
Die konkrete Rolle hängt ganz von der Fragestellung ab, die geklärt werden soll.
Die Positionierung: Sanft und bewusst
Wenn du einverstanden bist, wird dich die Klientin leicht an der Schulter berühren und an einen bestimmten Platz im Raum führen. Diese Berührung ist immer respektvoll und dient lediglich dazu, dich bewusst in Position zu bringen.
Die Magie des einfachen Seins
Und jetzt kommt das Schönste: Du musst überhaupt nichts Besonderes tun!
Kein Schauspieltalent ist erforderlich (im Gegenteil – es ist nicht
willkommen!), keine Vorkenntnisse, keine besonderen Fähigkeiten. Deine
einzige Aufgabe ist es, achtsam wahrzunehmen:
- Spürst du Wärme oder Kälte?
- Stehst du fest oder fühlst du dich wackelig?
- Wirst du fröhlich oder eher nachdenklich?
- Zieht es dich irgendwohin?
- Kommen dir bestimmte Gedanken oder Bilder?
- Verspürst du plötzlich Lust bestimmte Bewegungen oder Gesten zu machen?
Es geht nicht darum, etwas zu spielen oder zu erfinden. Es geht einfach um das authentische Wahrnehmen dessen, was in dir vorgeht.
Der Prozess: Geführt und geschützt
Während der Aufstellung werde ich als Leiterin dich immer wieder fragen, wie es dir geht. Ich könnte dich bitten:
- Deine Position zu verändern
- Einem anderen Stellvertreter etwas zu sagen
- Aufmerksam zuzuhören, wenn dir etwas mitgeteilt wird
Dabei wirst du Teil eines Lösungsprozesses, der oft überraschende Erkenntnisse für alle Beteiligten bringt.
Dein Schutz: Immer gewährleistet
Wichtig zu wissen: Du bist zu jedem Zeitpunkt geschützt. Wenn du eine Pause brauchst oder aussteigen möchtest, ist das jederzeit möglich. Ein einfaches Signal genügt. Auch im Nachgang stehe ich für Rückfragen zur Verfügung.
Die größte Weisheit: Mit dem Herzen dabei sein
Die beste Vorbereitung für eine Stellvertretung ist ganz einfach: Sei mit deinem Herzen dabei. Lass dich überraschen, was geschieht, wenn du einfach nur wahrnimmst, was sich in dir zeigen möchte.
Oft nehmen Repräsentant:innen nicht nur wertvolle Erkenntnisse für die Klienten mit, sondern auch tiefe Einsichten für das eigene Leben. Du wirst erleben, wie verbunden wir alle sind – und wie heilsam es sein kann, einfach nur da zu sein.
Bereit, diese besondere Erfahrung zu machen? Als Stellvertreter schenkst du nicht nur dem Klienten etwas Wertvolles, sondern auch dir selbst.
